Schönheitsideal oder Makel -Cellulite

Rund 90 Prozent aller Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Cellulite und das schon seit Jahrtausenden.

Cellulite ist keine Krankheit

Seit die Modebranche sogenannte Plus Size Models umgarnt, gerät so einiges aus den Fugen. Die Diskussionen um Schönheitsideale sind neu entbrannt und man könnte meinen, ein neuer Zeitgeist entwickelt sich. Die Akzeptanz für den eigenen Körper mit all seinen Vorzügen und Schwächen soll plötzlich wieder verstärkt in die Köpfe der vor allem weiblichen Modeklientel zurückkehren. Längst können sich noch nicht alle Frauen mit solch gesundem Selbstvertrauen anfreunden. Doch in Anbetracht dessen, dass ohnehin 85 Prozent von ihnen sich mit Konfektionsgrößen ab 38 aufwärts beschäftigen müssen, ist zumindest ein Anfang hin zur Entspannung gemacht.

Schönheitsideal oder Makel -Cellulite

Rund 90 Prozent aller Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Cellulite und das schon seit Jahrtausenden. Das Muster der sogenannten Orangenhaut findet sich meist auf Oberschenkeln und Po, kann aber auch an Hüften, Bauch und sogar an Oberarmen entstehen. Dabei hat diese oft als Makel empfundene Erscheinung eigentlich gar nichts mit dem Gewicht zu tun. Krankhaft ist das auch nicht, soweit man die Begriffe nicht verwechselt.

Eine Zellulitis ist nämlich etwas anderes: eine entzündliche Erkrankung des Unterhautgewebes, die nichts mit der Orangenhaut zu tun hat.

Frauen haben aber von Natur aus ein schwächeres Bindegewebe als Männer, damit sich die Haut während der Schwangerschaft ausdehnen kann. Mit zunehmendem Alter nimmt die Hautelastizität ab, Fett kann sich leichter einlagern und damit werden die Stränge des Gewebes sichtbar. Die weiblichen Geschlechtshormone verstärken bei Frauen diese Einlagerungen noch erheblich, was dann für die mehr oder weniger auffälligen Konturen sorgt.

Aber auch die Erblichkeit ist ein maßgeblicher Faktor.

Solange derlei als Makel gilt, werden natürlich immer wieder neue Methoden zur angeblichen Beseitigung kreiert. So sind Laserbehandlungen, Stoßwellentherapie, Absaugen, Einfrieren, Einwickeln und Cremen nur einige der oft auch sehr teuren Behandlungen. Wenige Unbelehrbare glauben auch an die Hilfe von Diäten. Der Kampf gegen die Dellen auf der Haut wird immer ausgefeilter, doch Wunder darf man bei diesen Methoden nicht erwarten.

Ein stetiger Abbau der Muskulatur ist ein Effekt, den vor allem mangelnde Bewegung begünstigt.

Genau das aber verstärkt die Cellulite, denn Muskeln straffen gemeinhin den Körper durch das Binden von Wasser und Eiweiß. Wer also mit einem regelmäßigen Krafttraining dem Abbau entgegenwirkt, bei dem vor allem das eigene Körpergewicht zum Einsatz kommt, der kräftigt den Körper im Ganzen. Das erhält die Muskelmasse und vermindert die Anfälligkeit für Cellulite. Wer diese, dem Trend folgend, gar nicht mehr als Makel empfinden will, der kann natürlich trotzdem regelmäßig für die Kräftigung seines Körpers sorgen. Denn ein straffer Körper war und ist immer ein Schönheitsideal, unabhängig von der Kleidergröße. Textquelle: Ralph Kaste