Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke

Mit dieser Tierliebe ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor entstanden, der mit allen Produkten und Dienstleistungen rund ums Tier etwa 9,1 Milliarden Euro jährlich umsetzt.

Die deutschen lieben Haustiere. In mehr als einem Drittel aller Haushalte leben insgesamt rund 28 Millionen Tiere. Katzen sind dabei die mit Abstand beliebtesten Haustiere, gefolgt von den Hunden und fast ebenso vielen Kleintieren. Sie sind Partner, Familienmitglied, Stütze für die Psyche, Kuschel-Katalysator und Prestige-Objekt. Mit dieser Tierliebe ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor entstanden, der mit allen Produkten und Dienstleistungen rund ums Tier etwa 9,1 Milliarden Euro jährlich umsetzt. Diese Umsatzmöglichkeiten verlangen natürlich auch nach Kontinuität und Wachstum. So ist es kaum verwunderlich, dass gerade vor den weihnachtlichen Festtagen kräftig für Anschaffung und Versorgung tierischer Mitbewohner geworben wird.

Dabei wird vergessen: Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke

Doch diese Entwicklung hat auch ihre Schattenseiten. So werden oft unüberlegt Wünsche von Kindern erfüllt, die derlei lebendiges „Spielzeug“ recht schnell wenig besser als den übrigen Inhalt ihres Kinderzimmers behandeln. Die Wunschvorstellungen von einem Leben mit Nemo & Co. verblassen recht schnell. Zurück bleibt ein oft verängstigtes und vernachlässigtes Lebewesen. Während Katzen und Hunde sich vor erdrückenden Kuschel-Einheiten in den ersten Tagen nach der Bescherung noch halbwegs retten können, ergeht es den Hamstern, Meerschweinchen oder Zwergkaninchen richtig schlimm.

Als lebende Plüschtiere erleben sie leider vielfach nichts als Angst und Stress. 

Doch recht bald weicht das anfänglich überschwängliche Interesse der Gleichgültigkeit und Eltern handeln, um sich nicht selbst der Pflege, Betreuung und liebevollen Fürsorge widmen zu müssen. So füllen sich jährlich pünktlich nach Weihnachten die Tierheime mit den nicht mehr geliebten tierischen Geschenken.

Mehr als einer Viertelmillion Tiere wird sich so entledigt.

Dabei trifft es diese Exemplare noch verhältnismäßig gut, so mancher Zeitgenosse macht sich gar nicht erst die Mühe, ein Tierheim aufzusuchen. Viele tierische Ex-Lieblinge werden einfach in freier Natur entsorgt. Das ist zwar strafbar, kümmert aber selten die genervten Täter. Seit Jahren warnen deshalb nicht nur Tierschutzorganisationen davor, Tiere an Kinder zu verschenken. Ein Lebewesen braucht Liebe, fortwährende Betreuung und einen verantwortungsvollen und respektvollen Umgang. Das will in vernünftiger Weise anerzogen sein, wobei natürlich auch Alter und nachhaltiges Interesse keine unerhebliche Rolle bei der Entscheidungsfindung spielen.

Auf keinen Fall sollte ein Tier als Geschenk dienen.

Viele Zoohandlungen und Züchter beugen der unsäglichen Praxis inzwischen mit eigenen Ideen vor: Sie halten Tiere vor den Festtagen nicht mehr oder nur sehr verhalten zum Kauf bereit. Noch besser ist es, sich thematisch umfangreich und intensiv der Haltung eines Heimtieres zu nähern, um innerhalb der Familie bewusste Entscheidungen zu treffen. Info-Material gibt es dazu reichlich am Markt. Ein solcher Ratgeber wäre beispielsweise ein Geschenk, was zum Thema Heimtier viel besser geeignet ist.

KGM-Tipp: lieber Plüschtiere verschenken

 

Textquelle: Ralph Kaste