Frösteln, Frieren, Bibbern

Ein Nährstoffmangel kann ebenfalls ursächlich für ständiges Frieren sein.

Wer friert, der versucht mit diversen Maßnahmen wieder ausreichend Wärme zu erzeugen.

Ob das nun zusätzliche Kleiderhüllen, die Heizung oder eine dicke Decke sind, in jedem Fall versuchen wir damit ein Defizit auszugleichen. Das Frieren ist im Grunde ein ganz normaler Mechanismus, mit dem der Körper auf verschiedenste Anlässe reagiert. Hier die Fakten im Einzelnen:

Mit einem Schutzmechanismus sorgt der menschliche Körper intuitiv dafür, dass wir bei Kälte nicht erfrieren. Sinkt die Außentemperatur also unter ein bestimmtes Level, werden die Blutgefäße in Armen und Beinen verengt. Die zur Verfügung stehende Wärme wird im Körperinneren konzentriert, um die lebenswichtigen Organe zu schützen und ihre Funktion aufrecht zu erhalten. Somit frieren wir also an Händen und Füßen zuerst. Genügt dem Körper diese Taktik nicht, fangen die Muskeln an zu zittern, um zusätzliche Wärme zu erzeugen.

Ein vergleichbares Frostgefühl kann sich ebenso bei Stress einstellen, da auch hier regelmäßig eine Verengung der Blutgefäße erfolgt. Daneben schütten aber auch die Nebennieren reichlich Stresshormone aus, was, wenn es zum Dauerzustand wird, Erschöpfungszustände herbeiführt. Diese sind von ständigem Frieren begleitet.

Aber auch eine Unterfunktion der Schilddrüse kann für ständiges Frösteln verantwortlich sein. Die unzureichende Hormonausschüttung verlangsamt den Stoffwechsel und vermindert damit den Energieumsatz. Ständiges Frieren ist die Folge.

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Ständige Müdigkeit aufgrund von Schlafmangel führt ebenfalls zu dauerndem Frösteln. Da der Körper eigentlich auf Ruhemodus eingestellt ist, verlangsamt er den Stoffwechsel und senkt den Blutdruck ab. Legen wir uns dann nicht hin und folgen den natürlichen Regulationsmechanismen des Körpers für seine Temperatur, ist es für uns ständig kalt.

Ein Nährstoffmangel kann ebenfalls ursächlich für ständiges Frieren sein. Vor allem Eisen und Vitamin B12 spielen hier eine wichtige Rolle bei der Durchblutung. Ist die Versorgung unzureichend, stellt sich Müdigkeit und Frieren ein. Höchste Zeit, die Depots aufzufüllen.

Vor allem ausreichendes Trinken ist wichtig. Wasser speichert Körperwärme und gibt sie nur nach Bedarf ab. Somit kann die Wohlfühltemperatur des Körpers auch bei äußerer Kälte relativ lange stabil gehalten werden.

Letztlich spielt auch ausreichende Nahrungsaufnahme eine entscheidende Rolle. Sowie der Blutzuckerspiegel sinkt, fehlt es an notwendiger Energie, um die Körpertemperatur auf einem erträglichen Niveau zu halten. 

Dass Frauen regelmäßig schneller frieren als Männer, das hat aber allein anatomische Gründe: Einmal ist es die größere Muskelmasse, die bei Männern zusätzlich Wärme produziert, zum anderen ist die Haut bei Frauen deutlich dünner, so dass sie eher frieren. Textquelle: Ralph Kaste