Syphilis – wachsende Gefahr in Großstädten

Die meist durch Geschlechtsverkehr übertragene Erkrankung wird durch das Stäbchenbakterium Treponema pallidum verursacht.

Seit Jahren steigt die Zahl der Syphilis-Fälle in Deutschland wieder an.

Neueste Zahlen des Berliner Robert-Koch-Instituts geben auch deutliche Hinweise darauf, dass vor allem die Großstädte betroffen sind. Allen voran Berlin. Infiziert sind vor allem homosexuelle Männer. Nachdem die Infektionskrankheit Ende der 90er Jahre fast ausgerottet schien, häufen sich die Fälle nun seit einigen Jahren wieder. Es besteht nach dem Infektionsschutzgesetz eine nichtnamentliche Meldepflicht für direkt und indirekt nachgewiesene Infektionen mit Syphilis.

Die meist durch Geschlechtsverkehr übertragene Erkrankung wird durch das Stäbchenbakterium Treponema pallidum verursacht.

Diese Form wird von einer angeborenen Syphilis connata durch Infektion des Kindes im Mutterleib unterschieden. Die Syphilis connata kommt kaum noch vor, da Schwangere heute routinemäßig untersucht werden und eine rechtzeitige Behandlung die Infektion des Ungeborenen verhindert. Übertragungen der Krankheit durch Transfusionen oder Schmierinfektionen sind auch möglich, in Deutschland allerdings nur sehr selten. Die Syphilis verläuft in verschiedenen Stadien, kann dabei alle Organe befallen und kann unbehandelt zum Tode führen.

Nur etwa die Hälfte aller Infektionen verursacht aber auch Beschwerden.

Nach einer Inkubationszeit von circa drei Wochen tritt an der Eintrittsstelle der Erreger der hochinfektiöse Primäraffekt auf, eine schmerzlose Papel, die rasch zu einem harten Geschwür zerfällt. Daher stammt auch die Alternativbezeichnung „Harter Schanker“. Etwa ein bis zwei Wochen später schwellen die benachbarten Lymphknoten an.

Bei etwa 25 Prozent der unbehandelten Erkrankten entwickeln sich sechs bis acht Wochen nach der Erstinfektion allgemeine Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen.

Kurz darauf bildet sich ein meist geröteter, nicht juckender Ausschlag auf Haut und Schleimhäuten. Hinzu treten nässende Knoten in der Genitalregion und Verdickungen der Mundschleimhaut. Auch ein fleckenförmiger, fransiger Haarausfall kann dieses Stadium begleiten.

Im dritten Stadium, das nach einem oder mehreren Jahren in Erscheinung tritt, zeigen sich Knoten im Unterhautgewebe, die abszessartig nach außen durchbrechen. Es kommt zu langsam zunehmenden Hautveränderungen mit größeren Gewebezerstörungen und narbiger Abheilung. Im Gegensatz zu den ersten beiden Stadien sind diese Hauterscheinungen nicht mehr ansteckend.

Bei ungefähr zehn bis 15 Prozent der unbehandelten Erkrankten treten zehn bis 20 Jahre nach der Erstinfektion Beschwerden des Nervensystems auf, was als Neurosyphilis bezeichnet wird.

Die Entzündung des Rückenmarks führt zu Koordinationsstörungen, Reflexausfällen Gangstörungen. Ist dabei vorwiegend das Großhirn betroffen, kann sich dies als Demenz darstellen oder zu plötzlichen Krampfanfällen und komatischen Zuständen führen.

Diagnose und Behandlung der Syphilis erfolgen im Allgemeinen bei einem Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Dabei wird immer besonderes Augenmerk auf Auslandsaufenthalte und Sexualpraktiken gerichtet. Geschützter Geschlechtsverkehr ist generell die beste Vorbeugung gegen Syphilis. 

Zur Behandlung ist bis heute ist das klassische Penicillin ein wirksames  Mittel.

Da sich die Krankheitserreger aber nur sehr langsam vermehren, muss die Behandlung über mindestens zehn Tage erfolgen. Auch die Partner müssen sich vorsorglich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen. Da der menschliche Körper keine Resistenzen bildet, sind Neu-Infektionen jederzeit wieder möglich. Textquelle: Ralph Kaste