Zirbeldrüse und Melatonin

Forscher machen ein zunehmendes Verkalken der Zirbeldrüse für die Reduzierung der Melatoninproduktion verantwortlich. Damit in Verbindung gebracht wird das Nachlassen des sogenannten Traumschlaf-Anteils mit zunehmendem Alter.

Wenn es dunkel wird, dann stellt sich bei kleinen Kindern sehr schnell auch Müdigkeit ein.

Was im frühen Kindesalter noch perfekt funktioniert, lässt im Laufe des Lebens immer weiter nach. Der typische Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers wird maßgeblich durch den Melatoninspiegel im Blut bestimmt. Das körpereigene Hormon wird in der Zirbeldrüse, der Epiphyse, gebildet. Sie befindet sich an der Basis des Gehirns und das Licht bestimmt ihre Funktion.

In der Kindheit ist die Drüse in Hochform.

Doch spätestens nach der Pubertät nimmt die dort produzierte Melatoninmenge langsam und stetig ab. Sechzigjährige haben noch etwa die Hälfte des Botenstoffes im Blut, der sich bei Zwanzigjährigen nachweisen lässt. Forscher machen ein zunehmendes Verkalken der Zirbeldrüse für die Reduzierung der Melatoninproduktion verantwortlich. Damit in Verbindung gebracht wird das Nachlassen des sogenannten Traumschlaf-Anteils mit zunehmendem Alter.

Diese auch als REM-Schlaf bezeichnete Phase ist aber äußerst wichtig.

Nicht nur die körperliche Ruhe zählt beim gesunden Schlaf, vor allem die Regeneration spielt eine entscheidende Rolle. Wird diese Regenerationsphase, die sich vor allem in den Zellen abspielt, negativ beeinflusst, hat das langfristig Auswirkungen auf die Gesundheit insgesamt. So gilt bereits heute als relativ sicher, dass eine stark verkalkte Zirbeldrüse das Auftreten von Alzheimer-Demenz enorm begünstigt, weil die abgesenkte Melatoninproduktion zu einem erheblichen REM-Schlaf-Defizit führt. 

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Diesen Umstand und die nahe liegende Vermutung, dass mit dem deutlichen Absinken der Melatoninproduktion auch die Zellen schneller altern, haben viele Menschen schon über eine zusätzliche Aufnahme des Hormons nachdenken lassen. Ein weiterer Effekt eines ausreichend hohen Melatonin-Spiegels im Blut, ist seine antioxidative Wirkung.

Damit wirkt Melatonin auch aktiv gegen freie Radikale.

Dies gilt als bewiesen. Vor allem in den USA ist das Thema der Zusatzgaben deshalb sehr populär. Über Effekte, bloße Vermutungen und auch Risiken gehen die Meinungen der Fachleute noch weit auseinander. Das Grundproblem ist wohl bisher, dass wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über die sinnvolle Dosis zusätzlicher Melatonin-Gaben noch fehlen. Vieles befindet sich noch im Versuchs-Stadium. Trotzdem gibt es bereits Wissenschaftler, die von einer möglichen Verzögerung des Alterungsprozesses sprechen. Dies wäre bei Versuchen mit Mäusen und Ratten eindeutig nachgewiesen worden. Daneben gibt es heute auch schon Vielreisende, die den sprichwörtlichen Jetlag mit zusätzlicher Einnahme von Melatonin ausschalten. Textquelle: Ralph Kaste

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