Die Quitte – das Gelee und deren Heilwirkung

Die Quitte, das Gelee, die Tinktur, die Quittensamen-Blätter, der Genuss und die heilende Wirkung.

Die Quitte kommt ursprünglich aus Nordpersien, dem Mittelmeerraum und Asien.

Heutzutage ist sie auch in milden Gegenden Mitteleuropas heimisch. Bevorzugt wird die Quitte in Weinbaugegenden angebaut. Der Quittenbaum wird zwischen drei und acht Meter hoch. Er ähnelt Apfel- und Birnenbäumen, mit denen er auch eng verwandt ist. Häufig wird der Quittenbaum auch als Pfropfunterlage für Birnbäume verwendet. Im Alter von vier bis acht Jahren beginnt der Quittenbaum Früchte zu tragen. Die weiss-rosanen Blüten der Quitte erscheinen zwischen Mai und Juni. Sie sind etwas grösser als die typischen Blüten von Apfel und Birne. Aus den Quitte-Blüten entwickeln sich bis Oktober die Quittenfrüchte. Aber erst im Winter werden die Quitten zum Essen freigegeben, weil sie erst dann nachgereift sind. Die Quitten-Früchte schmecken auch im reifen Zustand noch stark zusammenziehend und herb, obwohl sie sehr angenehm duften. Daher werden Quittenfrüchte fast ausschliesslich gekocht genossen.

Buch: Quitten: Das Comeback einer vergessenen Frucht

Rezept-Quittengelee:

  • Zutaten für 6 Personen: 3 kg frische Quitten , 3 Nelken, 1 Stange Zimt, 1 Zitrone,  1 Kilo Gelierzucker 1:1
  • Zubereitung: Quitten säubern ,in Stücke schneiden,in einen grossen Topf geben. Mit Wasser bedecken und 2 Std. kochen. Über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag durch ein Tuch schütten und gut ausdrücken. Zitronensaft zu dem Saft geben,1 Liter abmessen mit 1 Kilo Gelierzucker in einen Topf geben und 5 Minuten sprudelnd kochen. Noch heiß in Schraubgläser füllen und zuschrauben. Den restlichen Saft jeweils 1 Liter mit 1kg Gelierzucker verarbeiten.

Quitten und deren Heilwirkung

Quitten besitzen eine Heilwirkung. Ihre Früchte und Blätter können getrocknet und als Tee verarbeitet werden, ihre Früchte als Mus, Saft oder Honig. Gerne werden die Quitten eingesetzt gegen:

  • Als Mus oder Saft hilft die Frucht der Quitte gegen Verdauungsschwäche, Erkältungen und Gicht.
  • Die kleingeschnittene Quittenfrucht kann man auch in Honig einlegen. Dieser Honig hilft gegen Husten und dient der Stärkung.
  • Quitteneisentinktur:  Aus dem Saft der frischen Früchte kann man eine Tinktur herstellen. Diese Tinktur soll blutbildend sein und kann gegen Blutarmut (Anämie) eingesetzt werden.
  • Wenn man die Quittenkerne länger kocht, bis sie einen Schleim ergeben, kann man diesen Schleim gegen Hautentzündungen und schlecht heilende Wunden auftragen. Dieser Schleim wird auch gegen Wundliegen und Risse in der Haut verwendet.
  • Sitz-Dampfbäder aus Quittenblättern:  Tee aus den Blättern des Quittenbaums wird in der Volksheilkunde als Sitz-Dampfbad gegen Gebärmuttervorfall und Mastdarmvorfall angewendet.
  • Den Tee aus Quittensamen kann man gegen Schlaflosigkeit, Unruhe und Verdauungsbeschwerden anwenden. Zur Zubereitung eines Tees werden zwei Teelöffel der getrockneten Fruchtteile mit 200 ml kochendem Wasser übergossen, danach fünf Minuten ziehen lassen.

Rezept: Quitten-Tee

Tee aus frischen Quitten: Den Flaum der Quitten trocken abreiben, waschen und dann in feinen Scheiben bis zum Kernhaus. 1-2 Quitten mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und mindestens 15 Min. stehen lassen. Man kann auch den Tee mit Apfel und oder Birne mischen. Wer mag kann Ingwer und Honig dazugeben. Tipp: Quitten kann man auch für den Winter trocknen.

Buch: Die Quitte: eine fast vergessene Obstart

„Die Magie der Quitte“

  • Wenn man Quittenkerne mit sich führt, soll das vor Unfällen, Verletzungen und anderem Unheil schützen.
  • Im alten Rom teilten sich Frischvermählte eine Quitte. Dadurch sollte das Eheglück gesichert werden.
  • Im weiteren Verlauf der Partnerschaft soll es die Treue sichern, wenn man seinem Partner Quitten zu essen gibt.
  • Wenn schwangere Frauen Quitten essen, hoffen sie auf ein geniales, geschicktes und schönes Kind.
  • Buch: Quitten: Geschichte – Anbau – Köstlichkeiten

Rezept: Süße Quitten- zum Naschen 🙂

  • Zutaten: 4 frische Quitten, 250g Zucker, Saft einer Zitrone, grober Zucker zum Bestreuen, Backpapier fürs Blech, etwas Öl fürs Blech
  • Zubereitung:
  • Die Quitten mit einem Tuch gründlich abreiben. Stiele und Blütenansätze entfernen. Die Früchte kleinschneiden und mit etwas Wasser lange kochen lassen bis sie musig sind. In einem Sieb abtropfen lassen. Das Quittenmus durch ein Sieb streichen.
  • Das Quittenmark mit dem Zucker und Zitronensaft zum Kochen bringen. Unter Rühren kochen lassen, bis sich die Masse vom Topfboden löst.
  • Ein Backblech mit Backpapier belegen und mit Öl bestreichen. Die Quittenmasse dünn darauf streichen. Das Quittenbrot ca. 2 Tage trocknen lassen.
  • Sobald sich die Oberfläche trocken anfühlt, mit Zucker bestreuen und wenden, damit die andere Seite trocknen kann.
  • Dann das Backpapier abziehen. Auch diese Seite mit etwas Zucker oder Kokosflocken (wer mag kann auch geriebene Mandeln nehmen) bestreuen.
  • Das Quittenbrot in Würfel oder Rauten schneiden.  Textquelle:Ralph Kaste